Weinhaus Kirchberg
Syrah "Giovanni Rousseau Colzi"
Syrah "Giovanni Rousseau Colzi"
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Informationen
| Land | Italien |
| Region | Toscana |
| Jahrgang | 2021 |
| Trauben | 100% Syrah |
| Farbe | rot |
| Alk. % | 15 |
| Volumen | 75 cl |
Der Syrah „Giovanni Rousseau Colzi“ von Fattoria Poggio Capponi ist für uns einer der interessanteren Weine des Gutes Poggio Capponi.

🍷 Was steckt dahinter?
Der Wein ist ein 100 % Syrah Toscana IGT und stammt ausschliesslich aus dem Weinberg „Operai“. Der Weinberg ist südöstlich ausgerichtet und besitzt einen Ton-Kalk-Boden. Die Trauben werden relativ früh, ungefähr um den 10. September, gelesen – allerdings erst nach vollständiger phenolischer Reife.
Die Vinifikation ist durchaus ambitioniert:
- 10–15 Tage Maischestandzeit
- anschliessend Ausbau und mehrere Abstiche im Tank
- malolaktische Gärung
- 14 Monate französische Barriques
- danach nochmals 6 Monate im Stahltank
- und weitere 6 Monate Flaschenreife vor der Vermarktung.
Das ist also kein einfacher, fruchtiger „Toskana-Syrah“, sondern ein Wein, bei dem man bewusst versucht, Kraft, Reife und Würze mit Eleganz zusammenzubringen.
👃 Wie schmeckt er?
Das Interessante ist, dass die internationalen Verkostungsnotizen ziemlich gut zu dem passen, was wir von einem guten toskanischen Syrah erwarten würde.
Beim 2021er fand Falstaff:
Kirsche, Brombeere, Minze, grüner Pfeffer und etwas kalter Rauch, dazu eine reife Frucht und engmaschiges Tannin. Am Gaumen wird er als geschmeidig und rund beschrieben, mit langem Nachhall.
Die Beschreibung des Weinguts selbst geht zusätzlich in Richtung Veilchen, rote Früchte, Lakritze, wilde Minze und schwarzer Pfeffer.
Das ergibt für uns ein ziemlich schönes Profil:
schwarze und rote Frucht → Pfeffer/Würze → etwas Kräuter → dezente Röstaromen → weiches, aber präsentes Tannin.
Und wichtig: Der Jahrgang 2021 hat 15 % Alkohol, wirkt laut Falstaff aber nicht plump oder alkoholisch.
⭐ Wie gut ist er wirklich?
Der 2021er bekam bei Falstaff 92 Punkte und wurde vom Gambero Rosso in der Ausgabe 2025 mit „Due Bicchieri“ ausgezeichnet.
Was wir besonders spannend finden
Der Wein erinnert uns stilistisch nicht an einen typischen schweren australischen Shiraz. Er geht eher in Richtung:
Nordrhône-Idee + toskanische Sonne.
Also Pfeffer und Kräuter des Syrah, aber mit reiferer Frucht und etwas mehr Wärme. Der Ausbau im französischen Holz gibt ihm zusätzlich Struktur.
Und genau das könnte für den Weinliebhaber interessant sein: Er ist eigenständig genug, um nicht einfach wie der nächste Cabernet/Merlot aus der Toskana zu wirken.
Unser persönliches Urteil: 90–92/100 Punkte.
Wir sehen ihn sogar vor einigen wesentlich teureren „Supertuscans“, wenn es um das Verhältnis von Trinkfreude, Charakter und Preis geht.
